Leitsätze und Statut des Jugendwerkes der AWO

Leitsätze


1. Grundsätze

1.1 Das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt ist ein im Rahmen seiner Satzungen demokratisch, selbstständig und eigenverantwortlich arbeitender Kinder- und Jugendverband. Der strukturelle Aufbau wird durch das Statut bestimmt.

1.2 Das Jugendwerk bekennt sich zu seiner Tradition als Teil der ArbeiterInnenbewegung und deren Errungenschaften.

1.3 Das Jugendwerk versteht sich als politischer Kinder- und Jugendverband mit Forderungen an politische EntscheidungsträgerInnen auf Grundlage seiner Positionen. Das Jugendwerk ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig.

1.4 Das Jugendwerk wird von ehrenamtlichen, jungen Menschen selbst organisiert und bestimmt.

1.5 Als aktiver Mitgliederverband entwickelt sich das Jugendwerk durch die Partizipation aller Mitglieder innerhalb eines demokratischen und dialogischen Prozesses weiter.

1.6 Das Jugendwerk engagiert sich gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt in sozialen und politischen Handlungsfeldern. Die traditionelle Zielgruppe des Jugendwerks sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, insbesondere solche, die gesellschaftlich benachteiligt sind.

1.7 Das Jugendwerk arbeitet mit anderen demokratischen Jugendorganisationen zusammen und beteiligt sich an der Arbeit der Jugendringe oder vergleichbaren Zusammenschlüssen auf allen Ebenen.

1.8 Das Jugendwerk ist offen für ALLE jungen Menschen, die diese Leitsätze anerkennen.

2. Werte

Das Jugendwerk bekennt sich in all seinem Handeln zu den Werten des demokratischen Sozialismus: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Gleichheit und Toleranz. In diesen Werten sieht das Jugendwerk die Grundvoraussetzung für ein menschenwürdiges Leben. Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Gleichheit und Toleranz bedingen sich gegenseitig und können nicht unabhängig voneinander gesehen werden. Jeder Mensch ist einzigartig, mündig und unverwechselbar. Er ist anderen Menschen gleich in der Würde. Jeder Mensch ist somit grundsätzlich in der Lage seine Persönlichkeit selbstbestimmt nach den eigenen Bedürfnissen und Wünschen zu entfalten. In einer gerechten Gesellschaft wird diese Freiheit anerkannt, soweit dadurch nicht die Freiheit eines anderen Menschen eingeschränkt wird. Solidarität bedeutet, über Toleranz und bloße Rechtsverpflichtungen hinaus, durch praktisches Handeln füreinander einzustehen und für die Ermöglichung einer bedürfnisgerechten Partizipation in allen Bereichen des gesellschaftlichen und sozialen Lebens einzutreten.

Diese Werte müssen vor dem Hintergrund des Menschenbildes des Jugendwerkes der AWO betrachtet werden. Wir setzen unsere Ziele Emanzipation und Solidarität gegen Ökonomisierung und Vereinzelung.

3. Menschenbild

Als soziales und gesellschaftliches Wesen entwickelt der Mensch im Dialog mit Anderen seine Persönlichkeit. Alle Werte und Anschauungen eines Menschen sind nichts natürlich Vorgegebenes, sondern werden in der Gemeinschaft mit Anderen entwickelt. Um in einer Gesellschaft selbstbestimmt zu leben, benötigt der Mensch einen gleichberechtigten Diskurs. In diesem Diskurs setzt das Jugendwerk die Fähigkeit zur Mündigkeit, Emanzipation und Solidarität bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen voraus.

4. Ziele & Forderungen

In seinem Menschenbild und in der Verwirklichung der Werte des demokratischen Sozialismus sieht das Jugendwerk die Überwindung fremdbestimmter Lebensverhältnisse sowie die Ermöglichung von emanzipatorischem, mündigem und solidarischem Handeln innerhalb der Gesellschaft.

Seine Ziele konkretisiert das Jugendwerk in Positionierungen und Konzepten, an welchen es seine Arbeit orientiert. Dementsprechend fordert das Jugendwerk:

5. Aufgaben

Der Schwerpunkt der Aufgaben des Jugendwerkes liegt in der Gruppenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Als Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen macht es sich das Jugendwerk zur Aufgabe, allen jungen Menschen Partizipation innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen. Das Jugendwerk erfüllt diese Aufgabe, indem es Räume der außerschulischen Jugendbildung und Jugendförderung schafft, in denen sich junge Menschen aktiv entfalten können. In diesem Rahmen ermöglicht das Jugendwerk demokratische, dialogische, wechselseitige Bildungs- und Entscheidungsprozesse. Aus der wertebezogenen Gruppenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt das Jugendwerk seine Positionen, die es durch aktives Handeln nach innen und außen sowie durch Forderungen an die politischen EntscheidungsträgerInnen vertritt.

 

Statut


Das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt ist ein im Rahmen seiner Satzungen demokratisch, selbstständig und eigenverantwortlich arbeitender Kinder- und Jugendverband. Die inhaltliche Ausrichtung wird durch die Leitsätze bestimmt. 

1. Mitgliedschaft

1.1 Mitglieder sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ab 7 Jahren und bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres, die die Grundsätze, Ziele und Aufgaben des Jugendwerkes anerkennen beziehungsweise unter Anerkennung dieser aktiv am Verbandsleben teilnehmen.

1.2 Mitglieder des Jugendwerkes sind ferner die Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres, sofern sie ihrer Mitgliedschaft im Jugendwerk nicht widersprechen.
Ist eine Widerspruchsmöglichkeit nicht gegeben, so kommt eine solche Jugendwerksmitgliedschaft nicht zustande. Diese Mitgliedschaft ist kostenfrei, sofern Mitgliedsbeiträge bei der Arbeiterwohlfahrt entrichtet werden.

1.3 Dem Jugendwerk können sich auch korporative Mitglieder anschließen.

2. Organisation und Aufbau

Die Basis des Jugendwerkes ist die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Vom Grundsatz her gliedert sich das Jugendwerk in Orts-, Kreis-, Bezirks- und Landesjugendwerke. Dachverband ist das Bundesjugendwerk.

2.1 Ortsjugendwerk
Die in einer Gemeinde, einem Ortsteil einer Großgemeinde, in einem Stadtteil einer kreisangehörigen oder kreisfreien Stadt wohnenden Mitglieder bilden das Ortsjugendwerk. Von den Mitgliedern des Ortsjugendwerkes können Kinder- und Jugendgruppen und Jugendtreffs gebildet werden, die auch für Nichtmitglieder offen sind. Die Angelegenheiten, die sich aus der Gruppenarbeit oder Jugendtreffarbeit ergeben, werden durch eine von der Gruppe selbst beschlossene Ordnung geregelt. Diese Gruppen- oder Jugendtreffordnung muss den Grundsätzen der Mustersatzung entsprechen.

2.2 Kreisjugendwerk
Das Kreisjugendwerk wird durch die Ortsjugendwerke eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt gebildet.

2.3 Bezirksjugendwerk
Das Bezirksjugendwerk wird durch die Kreisjugendwerke seines Bereiches gebildet. Wo Kreisjugendwerke nicht bestehen, gehören die vorhandenen Ortsjugendwerke dem Bezirksjugendwerk an.

2.4 Landesjugendwerk
Das Landesjugendwerk wird von den Bezirksjugendwerken eines Bundeslandes gebildet. Wo Bezirksjugendwerke nicht bestehen, gehören die vorhandenen Kreis- und ggf. Ortsjugendwerke dem Landesjugendwerk an.

2.5 Bundesjugendwerk
Das Bundesjugendwerk wird durch die Bezirks- und Landesjugendwerke gebildet.

2.6 Direktmitglieder
Gibt es in einer Gemeinde, einer Stadt oder einem Kreis kein Jugendwerk, so können sich natürliche Personen der nächsthöheren zuständigen Jugendwerksgliederung anschließen.

3.  Aufbringung der Mittel

Zur Bestreitung der Aufwendungen, die dem Jugendwerk durch die Erfüllung seiner Aufgaben entstehen, dienen insbesondere